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TIERISCHES VOLUNTEERING
Reisen lassen sich wunderbar mit etwas Gutem verbinden. Da wir absolute Tierliebhaber sind, ist es uns eine Freude, Tieren zu helfen und Organisationen in diesem Bereich zu unterstützen. Besonders ich, Jenny, habe schon einiges an Erfahrung in diesem Bereich gesammelt. Da wir seit meiner Kindheit immer Tierschutzhunde haben, bin ich mit diesem Thema groß geworden. Uns beiden ist es eine Herzensangelegenheit, Tieren in Not zu helfen. Egal, ob das ein Mäuschen am Straßenrand oder ein Hund ist, der einen schlechten Start in sein Leben hatte. Unser Instinkt ist es, zu helfen!
Im Ausland wird man oft mit großem Tierleid konfrontiert, was einen ganz schön mitnehmen und die Reise verderben kann. Doch besser als in eine emotionale Ohnmacht zu verfallen ist es, zu helfen. Oft gibt es zum Beispiel auch die Möglichkeit, gegen Kost und Logis zu helfen, sodass du sogar noch Kosten sparen kannst. Ich vermisse auf Reisen unsere zwei Familienhunde immer sehr, sodass ich die Zeit mit Hunden unterwegs immer sehr genieße.
Wir möchten dir vier Möglichkeiten vorstellen, wie du unterwegs und auch zuhause aktiv werden kannst:
1. Airbnb in einem Tierheim bzw. bei einer Tierschutzorganisation
2. Volunteering in einem Tierheim oder in einer Auffangstation
3. Gassigänger in einem Tierheim
4. Flugpatenschaft für ausländische Tierschutztiere
Wichtig ist, dass du dir genau überlegst, welcher Tierart du helfen möchtest und kannst. Außerdem solltest du genau recherchieren und dich gut über die jeweiligen Organisationen informieren, da es leider auch unseriöse Organisationen gibt. Lasse dir genau die Aufgaben erklären und definiere für dich, was du dir zutraust und was nicht. Denn Tiere merken, wenn man unsicher ist oder sich nicht wohl fühlt und damit ist keinem geholfen.
Schreibe uns gerne an, wenn du mehr Informationen zu den genannten Organisationen und Tätigkeiten haben möchtest. Wir sind dankbar für jeden Menschen, der sich für Tierschutz interessiert :)



1. Airbnb in einem Hunde-Tierheim in Costa Rica
Während unserer Zeit in Costa Rica haben wir zweimal je eine Woche in einem Hunde-Tierheim verbracht. Aber nicht als freiwillige Helfer für Kost und Logis, sondern als zahlende Gäste in einem kleinen Airbnb Haus, was zu dem Tierheim gehört hat. Für uns war das zu diesem Zeitpunkt die absolut perfekte Option, um Zeit mit Hunden zu verbringen, etwas Gutes zu tun (die Einnahmen der Vermietung gingen direkt an das Tierheim) und trotzdem Privatsphäre und Zeit für uns zu haben.
Dazu haben wir uns noch sehr gut mit den Helfern in dem Tierheim verstanden und hatten somit eine wirklich wunderbare Zeit vor Ort. Wir sind jeden Morgen zusammen mit den Helfern mit den Hunden an einem nahe gelegenen Fluss spazieren gegangen. Mittags haben wir dann meist einen Ausflug gemacht oder haben uns nochmal zwei Hunde zum Gassi gehen geschnappt. Dazwischen war viel Zeit, um mit den Hunden zu spielen, Welpen zu bespaßen oder einfach nur ein paar Kuscheleinheiten zu genießen. Bei unserem zweiten Besuch hatten wir dann sogar eine eigene Pflegehündin, die mit uns in dem Airbnb Haus gewohnt hat. Wir haben uns riesig gefreut, als uns die Leiterin des Tierheims gefragt hat, ob wir Maia für die Woche aufnehmen möchten.
Natürlich muss man auch starke Nerven haben, denn viele der Hunde sind in einem schlechten Zustand, wenn sie in das Tierheim kommen und müssen erstmal physisch und mental aufgepäppelt werden. Auch haben wir mitbekommen, wie Welpen ausgesetzt wurden und ein verstorbener Hund gefunden wurde. Manche der Hunde sind durch ihre Vergangenheit auch traumatisiert und benötigen viel Zeit, um Menschen wieder zu vertrauen. Julia war so ein Fall, sie lebte frei neben dem Airbnb Haus, weil sie sich partout nicht anleinen lies. Am Ende unserer zweiten Woche freute sie sich aber schon, uns zu sehen und tatsächlich war es dann auch möglich, sie an die Leine zu gewöhnen. Wir haben uns alle riesig über diesen Erfolg gefreut!
Uns ist es sehr schwer gefallen, keinen Hund mitzunehmen. Besonders Julia und Maia hatten es uns angetan! Aber die Mitnahme nach Deutschland wäre zu kompliziert gewesen. Gegen Ende unserer Zeit vor Ort haben wir dann erfahren, dass das Tierheim leider schließen muss. Doch glücklicherweise durften alle Hunde zu einer Partnerorganisation nach Kanada reisen, wo sie direkt zu ihren neuen Familien oder in Pflegefamilien gezogen sind. Somit ist unsere Zeit vor Ort doch mit einem Happy End geendet :)
Dies war unsere erste Erfahrung mit Airbnb in einem Tierheim, aber bestimmt gibt es auf der Welt noch mehr solcher Möglichkeiten, du musst nur einfach die Augen offen halten. Wir haben das Tierheim direkt über Airbnb gefunden. Uns hat dieses Konzept sehr gut gefallen, da wir sowieso für eine Unterkunft bezahlt hätten und so ist unser Geld noch einem guten Zweck zu Gute gekommen. Dazu noch unzählige Kuscheleinheiten mit den Fellnasen. Für uns eine absolute win-win Situation.



2. Volunteering im Hunde-Tierheim auf Bali, Indonesien
Während meines Auslandssemesters auf Bali habe ich ich die Weihnachtszeit genutzt, und in einem indonesischen Tierheim mitgeholfen. Die Organisation BAWA (Bali Animal Welfare Association) wurde von Australiern gegründet und arbeitet gemeinsam mit indonesischen Mitarbeitern und internationalen ehrenamtlichen Helfern daran, das Hundeleid auf Bali zu verringern. Die Organisation unterhält ein Tierheim und ein Welpenhaus in Ubud, es gibt aber auch Fütterungsaktionen, Kastrationsprojekte, Pflegestellen und Schulprojekte, um indonesische Kinder über Hunde aufzuklären.
Generell ist das Hundeleid auf Bali sehr groß. Es gibt unzählige Straßenhunde, viele mit offenen Wunden oder Hautkrankheiten, die meisten viel zu dünn. Die Balinesen selbst halten sich gerne Statushunde an Ketten oder in Käfigen, aber um die Straßenhunde möchte sich niemand kümmern. Da Indonesien ein sehr armes Land ist, haben viele Menschen allerdings auch einfach nicht die finanziellen Mittel, sich um die Tiere zu kümmern und Tierarzt- und Kastrationskosten zu stemmen. Um so wichtiger ist es, dass es Organisationen wie BAWA gibt, die sich der Sache angenommen haben und mit Spenden und ehrenamtlichen Helfern versuchen, die Situation zu verbessern.
Ich habe in dem Tierheim in Ubud mitgeholfen. Gemeinsam mit einer anderen Helferin, haben wir uns um die Beschäftigung der Hunde gekümmert. Wir sind täglich mit den Hunden in den benachbarten Reisfeldern Gassi gegangen, haben viel Zeit mit den Welpen verbracht und mit ihnen gespielt und haben kleine pflegerische Aufgaben übernommen (wie zum Beispiel Zecken entfernen oder kleine Wunden desinfizieren). Fütterungs- und Reinigungsarbeiten haben eine indonesische Familie übernommen, die bei dem Tierheim dabei wohnen.
Für mich war die Zeit unglaublich schön, täglich bin ich länger geblieben, weil ich noch mehr Zeit mit den Hunden verbringen wollte und es mich immer traurig gemacht hat, sie in ihre Zwinger zurückzubringen. Aufgrund knapper finanzieller Mittel kann man das Tierheim vor Ort nicht mit dem Standard eines deutschen Tierheimes vergleichen, sodass man hier definitiv nicht zimperlich sein sollte. Auch die Hitze kann einem sehr zu schaffen machen. Wir waren immer von Kopf bis Fuß durchgeschwitzt, wurden aber sofort in Form von einer Hundezunge gesäubert ;)
Der Kontakt mit der Organisation war von Anfang an unglaublich herzlich und ich habe mich super aufgehoben gefühlt. Es ist mir sehr schwer gefallen, am letzten Tag wieder abzureisen. Solltest du deinen Baliaufenthalt mit einer sinnvollen Tätigkeit aufwerten wollen, so kann ich dir Volunteering mit BAWA nur wärmstens ans Herz legen. Die Hunde freuen sich schon jetzt auf dich!



3. Gassigängerin im Tierheim Flensburg
Während meines Master-Studiums habe ich, Jenny als ehrenamtliche Gassigeherin im Tierheim in Flensburg mitgeholfen. Für mich war das ein perfekter Ausgleich zum Unialltag und ich konnte meine Hundesehnsucht befriedigen. Teilweise war ich 5x pro Woche dort, weil es mir so viel Spaß gemacht und gut getan hat. An den Wochenenden habe ich manchmal bei Flohmärkten zugunsten des Tierheimes mitgeholfen und war mit einem Hund beim Hundetraining.
Für mich war das Konzept super, denn ich konnte einfach zu einer bestimmten Uhrzeit ins Tierheim kommen und habe einen Hund bekommen. Das Prinzip war first come first served, ich wusste also nie, welchen Hund ich bekomme ;) Und wenn ich mal keine Zeit hatte, war das auch nicht schlimm, denn es gab tatsächlich einige Gassigänger, die täglich gekommen sind, sodass eigentlich immer alle Hunde täglich Gassi gehen durften.
Natürlich fiel es mir auch hier schwer, keinen Hund zu adoptieren, aber ich wusste ja, dass Maja und Pauli zuhause bei meinen Eltern auf mich warten. Außerdem hätte ich mit einem eigenen Hund wohl nicht mehr so gut im Tierheim helfen können, also siegte meine Vernunft ;) Ich freute mich aber immer sehr, wenn ein Hund ein neues Zuhause gefunden hat und umziehen durfte!
Ich kann diese Option wirklich jedem ans Herz legen, der keinen eigenen Hund halten darf oder kann. Frage einfach in deinem örtlichen Tierheim nach, meist ist Gassigehen recht einfach möglich. Meistens musst du Vereinsmitglied werden, damit du auch versichert bist und teilweise gibt es noch eine kurze Schulung und danach kannst du schon Gassi gehen. Hundeerfahrung ist mit Sicherheit von Vorteil, aber auch ohne Erfahrung kannst du mit einfachen Hunden einsteigen. Frag einfach nach und trau dich! Selbst wenn du nur einmal die Woche hingehst, ich bin mir sicher, du wirst es nicht bereuen! Und die Hunde freuen sich riesig, über ihre Gassirunde und etwas Aufmerksamkeit :)



4. Flugpatin für eine deutsch-griechische Tierschutzorganisation
Viele deutsche Tierschutzorganisationen und Tierheime haben ausländische Partner, die ihre Tiere nach Deutschland vermitteln, da sie im Heimatland kaum eine Chance auf ein angemessenes Zuhause haben. Das Thema wird heiß diskutiert, da natürlich auch die deutschen Tierheime voll sind mit Fellnasen, die eine Familie suchen. Dennoch fällt es schwer, den vielen ausländischen Organisationen den Rücken zu kehren, da sie aufgrund fehlender finanzieller Mittel und Unverständnis im Land sehr schwer zu kämpfen haben. So bin auch ich auf eine deutsch-griechische Organisation aufmerksam geworden, die einen sehr seriösen und lieben Eindruck machte. Auf der Homepage haben wir Maja und Pauli entdeckt, zwei kleine Fellknäule, die in Griechenland keinerlei Chancen gehabt hätten. Dank ehrenamtlicher Flugpaten konnten die beiden zu uns reisen und leben nun schon seit fast zehn Jahren bei meiner Familie.
Ein paar Jahre später sah ich einen Aufruf der Organisation, dass sie Flugpaten suchten. Da ich im gesuchten Zeitraum Zeit hatte, fackelte ich nicht lange und meldete mich bei der Ansprechpartnerin. Drei Tage später saß ich nachmittags ohne Gepäck im Flieger nach Patras. Vor Ort holte mich eine der Tierschützerinnen ab und wir verbrachten den Abend zusammen bei ihr zuhause. In der Nacht kam dann ein Hundetaxi mit fünf Tieren im Gepäck und sammelte mich ein. Gemeinsam ging es mit dem Auto und den fünf Hunden drei Stunden nach Athen an den Flughafen. Dort half der griechische Fahrer beim Einchecken der Hunde und nach einem kurzen Sicherheitscheck ging es auch schon los in Richtung neue Heimat. Vier der Hunde waren in Boxen im Frachtraum und eine kleine Hundemaus hatte ich als Handgepäck bei mir. Die kleine hat den ganzen Flug über keinen Ton von sich gegeben und in ihrer kleinen Tragebox unter meinem Vordersitz geschlafen. Ich haben die fünf Flugstunden gebückt verbracht, da ich sie die ganze Zeit gestreichelt habe. In Frankfurt angekommen wurde ich bei der Gepäckausgabe schon von einer deutschen Tierschützerin erwartet. Gemeinsam brachten wir die fünf Hunde in die Ankunftshalle, wo schon ihre zukünftigen Familien sehnsüchtig auf sie warteten. Nach einem kurzen Abschied ging es für mich direkt nach Hause, eine Runde Schlaf nachholen ;)
Für mich war die Aktion eine wunderbare Erfahrung, die mich nichts gekostet hat außer 20 Stunden Zeit. Noch einfacher ist es natürlich, wenn du sowieso im Ausland im Urlaub bist und auf dem Rückweg die Hunde mitnehmen kannst. Die Kosten für meinen Flug haben in diesem Falle die neuen Familien übernommen, da Tierschutzhunde nur gegen eine Schutzgebühr vermittelt werden. In dieser sind Punkte wie Impfungen, Ausweis und eben auch der Transport enthalten.
Falls du auch so unkompliziert helfen möchtest, schau dich am besten auf verschiedenen Social Media Seiten um. Bei Facebook gibt es extra Gruppen zu dem Thema "Flugpate gesucht". Alternativ kannst du natürlich auch bei lokalen Tierheimen oder Tierschutzorganisationen nachfragen. Flugpaten werden immer händeringend gesucht!
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